TG Bad Waldsee - TSV GA Stuttgart 3:1 (22:25, 28:26, 25:18, 25:21)
Das überraschende und am Ende doch klare Erfolgserlebnis im Heimspiel gegen den TSV G.A. Stuttgart lässt den Volleyballern der TG Bad Waldsee ein Fünkchen Hoffnung am Leben erhalten, wenngleich der Erfolg an der prekären Tabellensituation nur wenig ändert. Mit 3:1 schicken die Oberschwaben die Landeshauptstädter nach Hause.
Ein schon nicht mehr als möglich erachtetes positives Gefühl beschlich nach diesem Duell zweier Teams, die seit Jahren immer wieder aufeinander getroffen waren, die nur wenigen Fans – im Grunde die Treuesten der Treuen. Ihr Durchhaltevermögen wurde dann diesem Sonntag belohnt durch eine TG-Vorstellung, die man sich einige Spieltage früher gewünscht hätte. Zur Ehrlichkeit des objektiven Beobachters zählt jedoch auch die Tatsache der nach dem ersten Satz ihrer Sicherheit zu gewissen Unterländer.
Die TG war mit solidem Selbstbewusstsein und starker Blockarbeit ins Match gestartet. Bei 6:1 für die TG versuchte der TSV-Coach über eine Auszeit das Blatt zu wenden. Er hatte wohl den Nerv der Seinen in seiner Ansprache getroffen, denn in der Folgezeit gelang es den Gästen mehr und mehr, das Spiel der Einheimischen zu entschlüsseln und die passenden Antworten zu finden. Die laufenden Leichtsinnsfehler der TG führten schließlich zum Stand von 20:25, als die Schützlinge von Trainer Lucas Romer nachmals versuchten, dagegenzuhalten. Dennoch stand es zum Satzende 22:25, nachdem ein einfacher Aufschlagfehler auf TG-Seite zur Satzentscheidung führte.
Etwas zerfahren wurde auf beiden Seiten das Match fortgesetzt. Bei teils sehr langen Ballwechseln glänzte auf TG-Seite Libero und Spielgestalter Joshua Müller, dem es gelang, seine gesammelte Routine und Abgeklärtheit ins Spiel zu bringen. Zum Ende des Spiels traf ihn die hochverdiente Ehre des MVP. Im weiteren Satzverlauf schenkten sich beide Mannschaften sehr wenig und ließen auf beiden Seiten keine größeren oder gar entscheidenden Abstände zu. Zum Ende des zweiten Durchgangs spielte sich der junge Benedikt Fritzenschaf immer wieder mit erfolgreichen Angriffen in den Vordergrund. Diese Signale nahmen seine Mannschaftskameraden vor allem in Gestalt von Simon Bergmann zu ihrem nun zwingenden Spiel auf. In hoher Spannung trat der Satz in seine Endphase. Es dauerte bis zum Stand von 28:26, als die Satzentscheidung nach immerhin fünf Satzbällen zu Gunsten der Platzherren stand.
Im dritten Abschnitt gelang der TG zunächst eine knappe Führung, die aber vom nunmehr effizienteren Spiel des TSV gekontert wurde. Überraschender Weise gelang es den überaus routinierten TSV-Cracks nicht ihre im Vorfeld angedeuteten Vorteile umzusetzen. Wilde Netzszenen folgten, die zu mehreren zweifelhaften Schiedsrichterentscheidungen führte, wobei diese gleichmäßig beide Teams betraf. Ab 17:13 glaubte das Stuttgarter Team offensichtlich nicht mehr so richtig an seine Möglichkeiten und musste durch einen schönen Angriff von Benedikt Fritzenschaf die Segel streichen.
Zum Leidwesen der führenden Mannschaft entwickelte sich im Schlusssatz ein weitgehend ausgeglichenes Spiel, das in erster Linie vom Willen der Stuttgarter diktiert war, so ganz einfach nicht die Punkte beim Tabellenschlusslicht zu lassen. Doch mit höchster Konzentration und lauthals angefeuert von den heimischen Fans, konnte die TG dem gegnerischen Druck Stand halten und sich mittels eines gewaltigen Schmetterballs durch den Diagonalspieler Tim Knaus den für die TG erfreulichen Endstand sichern.
Der nächste Auftritt der TG steigt am Samstagnachmittag, 15.00 Uhr beim Tabellendrittletzten VfB Ulm. Sollte dieses Spiel zugunsten der TG enden, hätte Mannschaft immerhin den Relegationsplatz erreicht.
(Franz Vogel)
TG: Benni Fritzenschaf, Joshua Müller, Simon Bergmann, Andi Beck, Tim Knaus, Dominik Milak, Gero Schairer, Manuel Probst, Kirill Penner, Christopher Binoth