TG Bad Waldsee Volleyball

2:3 (25:22, 24:26, 25:23, 16:25, 5:15) im Halbfinale gegen den TSV G.A.Stuttgart

Von Franz Vogel

Annähernd 200 Fans, dem absoluten Zuschauerrekord dieser Spielzeit, boten in der Sporthalle der Eugen-Bolz-Schule am Sonntagnachmittag den würdigen Rahmen für ein spektakuläres 130 minütiges Match, das jenseits der eingefahrenen Niederlage in die Annalen der TG eingehen wird. Unschwer kann man den Verlauf des absolut hochklassigen Spiels an den Zahlen der einzelnen Spielabschnitte ablesen.

Drei Sätze lang, anders gesagt 105 Minuten, hatten sich die Gastgeber, immerhin Meister der Oberliga, mit aller Kraft gegen den übermächtigen Gegner aus der zweiten Bundesliga gestemmt.

Angefeuert von den sichtlich begeisterten Fans und beflügelt von ihrer dankbaren Außenseiterrolle bot das Team von Trainerin Evi Müllerschön in dieser ersten Phase des Duells Volleyball auf sehr hohem spielerischem Niveau, begleitet von einer ans Unglaubliche grenzenden Kampfbereitschaft. Mehrfach zollte die überfüllte Galerie – man vermisste wieder einmal die in der Kurstadt so sehr fehlenden Tribünen für Zuschauer - den beiden Mannschaften Beifall auf offener Szene.

„Wir wollen sie ärgern, so gut wir können. Sie sind sowieso schon verärgert, weil sie absteigen werden…“, hatte sich Evi Müllerschön vor dem Spiel geäußert und den Ihrigen entsprechendes mit ins schwere Match gegeben. Sie sollte sich weder täuschen noch enttäuscht werden. Aus einer geschlossen auftretenden Mannschaft ragten insbesondere Zuspieler Simon Scheerer, Diagonalangreifer Pirmin Dewor und Leitwolf Hannes Lampert heraus. Alle anderen eingesetzten Cracks spielten ebenfalls weit über ihren Möglichkeiten – zumindest bis zum Ende von Satz drei.

Dann allerdings mussten die Underdogs ihrem kräfteraubenden Spiel und der langen überaus schweren Saison Tribut zollen. Auf der anderen Netzseite hatten die Stuttgarter endlich auch die Unmöglichkeit erkannt, ohne restlosen Einsatz an diesem Tag wohl auf die Siegerstraße kommen zu können.

Bis dahin hatte sich ein Geschehen abgewickelt, bei man sich selbst erfahrene Volleyballkenner fragten, wo denn der Dreiklassenunterschied dieser Mannschaften sei. Um bei der Wahrheit zu bleiben sei angemerkt, dass einerseits die TG aufsteigen, andererseits der TSV aus der Landeshauptstadt als Absteiger feststeht. Vollkommen unbeeindruckt vom großen Namen des Spielpartners startete die TG in den Auftaktsatz, in dem sie stets mehr oder weniger deutlich in Führung lag. Bis zu fünf Punkte Abstand schafften die Männer um Jan Herkommer, um am Ende dieses Spielabschnitts verhältnismäßig sicher durch einen Lobball Pirmin Dewors ans Ziel zu kommen.

Überaus umstritten gestaltete sich der zweite Akt des Dramas, in dem die Bundesligisten vermehrt versuchten, über die Mitte des Netzes ihre Angriffe zu forcieren. Doch verpufften reihenweise Angriffe der Gäste am soliden Blockverhalten der Einheimischen. Zu Ende dieses Spielabschnitts vermochten die TG-Mannen, zwei Satzbälle mittels guter Annahme und daraus resultierenden zwingenden Schmetterbällen abzuwehren. Dann leisteten sich die Gastgeber zwei vermeidbare Fehler – 1:1 nach Sätzen.

Hatte man nun den Durchmarsch der Bundesligisten erwartet und kein Mensch in der Halle wäre enttäuscht gewesen, riss die TG zum Erstaunen der Anwesenden noch einmal das Gesetz des Handelns an sich und gestaltete mit allerletztem Einsatz das Match weiter. Hin und her wogte das Geschehen, erst zu Satzmitte konnte sich die TG leicht absetzen und erreichte durch zwingendes Angriffsverhalten den Satzball. Diesen zu verwandeln, war Hannes Lampert auf der Außenbahn vorbehalten, der einen eher aus der Not gespielten Ball von Simon Scheerer clever und nervenstark auf des Gegners Boden brachte.

Leise Hoffnungen auf eine mögliche Sensation war allenorts zu spüren. Doch die Akkus der Schwarzblauen waren leer. Jetzt, im vierten Durchgang spielten die Noch-Zweitligisten ihre Trümpfe aus. Dem gewaltigen Schlagpotenzial und der Blockstärke der Unterländer konnte die TG in der Folge nicht mehr Stand halten. Auch der abschließende TieBreak sah eine entschlossen und konsequent agierende Stuttgarter Mannschaft, die sich endgültig ihrer Qualitäten besonnen hatte und nun gar nichts mehr an gegnerischen Aktionen zuließ.

Riesiger Beifall verabschiedete die Einheimischen, die einen glänzenden Schlusspunkt – trotz Niederlage – hinter eine unvergessliche Spielzeit gesetzt hatten. Der kommenden Regionalligasaison kann das Team –möglicherweise noch etwas verstärkt – mit Zuversicht entgegen sehen.

Das TG-Aufgebot: Bloching, Dewor, Eisele, Gropper, Herkommer, Lampert, Niedermaier, Romer, Romstedt, Sauerbrey, Scheerer

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