TG Bad Waldsee Volleyball

Im Pokal eine Runde weiter, in der Liga den Spitzenplatz verteidigt.

Von Franz Vogel

Optimisten hatten es erhofft und Recht behalten. Allerdings geriet es zu einer doppelten Kraftanstrengung bei der Auseinandersetzung mit zwei überaus starken Spielpartnern. Die zwar unterschiedlichen Volleyball spielten aber beide mit viel Kraft gegen die Platzherren auftraten.

VLW-Pokal, 2. Runde

TG Bad Waldsee – TSV Bad Saulgau 3:1 (21:25, 25:19,25:23, 25:21)

In einem über weite Strecken sehenswerten Spiel setzten sich am Ende die spielerische Überlegenheit, vor allem aber die Kampfkraft des Gastgebers durch. Immerhin ziert dieser die Tabellenspitze der Oberliga, ein Stockwerk darunter die Bad Saulgauer Gäste als Tabellenprimus der Landesliga Süd. Keinesfalls konnte man im ersten Satz den Eindruck gewinnen, der TSV spiele eine Klasse tiefer. Vielmehr gelang es dem Gästeteam durch einen in Teilen auch ungestümen Powervolleyball die Favoriten aus der Kurstadt gehörig in Bedrängnis zu bringen. Es gab in dieser Spielzeit schon reihenweise Teams, die bei weitem nicht an die Qualität der Männer vom nahen Bad Saulgau heranreichten.

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Und so erkannten die überaus ruhig und routiniert auftretenden Oberligisten die Schwäche des Bad Saulgauer Spiels, als da sind relative Berechenbarkeit im Angriff und eine gewisse Annahmeschwäche. Vieles läuft bei Bad Saulgau über die Außenangreifer, während über die Mitte wenig zu erkennen war. Was aber an ordentlichen Zuspielen auf die Außenpositionen des TSV stattfand, geriet zum krachenden Erfolgserlebnis der TSV-Angreifer.

Unter dem Strich jedoch waren diese Stärken dann doch nicht spielentscheidend. Auch die TG-Truppe kann Angriffsbälle erfolgreich auf des Gegners Boden platzieren, und das durchaus auch über die Mitte. Was die Defensivarbeit in Annahme und Abwehr anbelangt sah man schon zwei Spielkulturen, die mit dem Begriff „Klassenunterschied“ allerdings übertrieben beschrieben wären. So hatte ihr erfolgreicher Durchgang Nr.1 die Gäste wohl sehr viel Kraft gekostet, dass es in der Folge immer wieder Spielphasen gab, in denen die geordnete Linie verloren ging. Diese glichen die Gäste aus über eine „wir geben nicht auf“- Mentalität, die man nicht jede Woche erleben kann.

So bedurfte es über die Sätze zwei bis vier der vollen Konzentration der Oberligisten, ihrer ruhigen, variablen Spielweise, um am Ende nach fast zwei Stunden die Oberhand zu behalten. Evi Müllerschön vertraute dabei durchaus auch jenen Cracks, die über nicht so viel Ligaspielpraxis verfügen und wurde dabei nicht enttäuscht.

 

Oberliga Württemberg

TG Bad Waldsee – ASV Botnang 3:1 (16:25, 25:17, 25:19, 25:21)

19 Stunden später erlebten etwa 70 Zuschauer ein Volleyballmatch auf überaus hohem Niveau. Immerhin war beim Tabellenführer der Ligadritte zu Gast. Dieser trat auffällig optimistisch auf, die Mannschaftsgesänge des ASV zeugten vom unbedingten Willen, das jetzt schon verloren gegangene Terrain auf jeden Fall wieder gut zu machen. Beflügelt von dieser Einstellung trat ein, was man in vielen Matches gegen des ASV zur Genüge erleiden musste: Hartes, schnelles Angriffsspiel, überragendes Blockverhalten und wohl gezielte Aufschläge. Dem hatte der Tabellenführer in der Anfangsphase wenig bis gar nichts entgegenzusetzen. Wie Irrlichter geisterte Blauschwarz über das Spielfeld, bar jeglicher Ordnung bis zum Spielstand von 4:12. Zwei Auszeiten brachten ein bisschen Besserung und zunächst zaghaft, dann mit Biss, hielt die TG dagegen. Der Abstand überdeutlich und nicht aufholbar, ungewöhnlich für die TG, aber symptomatisch für den Spielverlauf, war es ein technischer Fehler seitens der Gastgeber, der den Satz-KO vervollständigte.

Gänzlich anderes Dekor in Folge. Hatten sich die Einheimischen offensichtlich wieder gesammelt, blies ihnen seitens des ASV ein harter Wind ins Gesicht. Unter diesen Vorzeichen entwickelte sich nun bis zum Ende des harten Duells ein Spiel auf höchstem Oberliganiveau, in dem kein Team auch nur im Ansatz gewillt war, dem Gegner einen Vorteil zu überlassen. Bis zum letzten Satzdrittel gelang es keinem Kontrahenten, sich entscheidend abzusetzen. Hin und her wogte das Geschehen technisch und spieltaktisch brillant, ganz zu schweigen vom aufopferungsvollen Einsatz aller Akteure.

Zwei Punkte durch Rückraumangriffe des glänzend disponierten Pirmin Dewor und eine Serie von feinen Aufschlägen seitens des Zuspielers Simon Scheerer führten zu auffälliger Unruhe in den Reihen des bis dahin abgeklärten Defensivverbunds seitens des ASV. Ein ins Netz geschlagener ASV-Angriff beendete zu Gunsten der TG diesen zweiten Durchgang.

In Spielen dieser Güteklasse und nach einer derartigen Spielentwicklung kommt nach allen Erfahrungen dem dritten Satz vorentscheidende Bedeutung zu. Und dieser begann für die Gäste gar nicht gut. Schon nach wenigen Ballwechseln verletzte sich ein ASV-Mittelblocker und konnte das Spiel nicht mehr weiterführen. Eine gewisse Zeit brauchte der ASV um diesen Schock zu verdauen, dann aber fand das Match wieder in sein gewohntes hohes Niveau. Jetzt brillierten auf Waldseer Seite beide Mittelblocker Simon Bergmann wie Ralf Sauerbrey, letzterer unter anderem mit seinen hoch effizienten überlangen Aufschlägen. Im Annahmebereich hatten Jan Herkommer, Libero Pascal Eisele und Paul Breyer harte Arbeit zu leisten, die sich unter dem Strich erfolgreich darstellte. Von dort aus konnte Zuspieler Scheerer ein in Teilen auch trickreiches Zuspiel aufziehen, was der TG Punkt um Punkt einbrachte und zum verdienten Satzgewinn führte.

An‘s Aufgaben jedoch dachte man auf Botnanger Seite nicht. Immerhin ging es für die Stuttgarter Vorstädter darum, angesichts des eigenen Titelanspruchs nicht frühzeitig unaufholbar in der Tabelle zurückzuliegen. Dementsprechend hielt man gegen den Druck des Tabellenführers und holte einen 6:10 Rückstand zum 12:12 auf. Bis kurz vor Satzende trennten beide Teams immer nur höchstens zwei Punkte, bis eine knifflige Schiedsrichterentscheidung zu Ungunsten des ASV dessen Cracks ein ganzes Stück aus ihrer Sicherheit riss. Sauerbrey und Bergmann in der Netzmitte, Breyer und Herkommer über außen brachten schlussendlich den ersehnten Matchball für den Spitzenreiter. Unter dem lauten Jubel der Waldseer Fans war es Pirmin Dewor vorbehalten, nach einem gut angenommenen und sauber zugespielten Ball mittels eines gezielten Schmetterballs das Spiel zu beenden.

Die TG hält auch nach sieben Spielen ihre makellose Bilanz und Trainerin Evi Müllerschön sah sich veranlasst, den Siegeswillen der ihrigen zu loben, gleichzeitig aber dem Gegner höchsten Respekt zu zollen.

Das Aufgebot in beiden Matches: Herkommer, Lampert, Niedermaier, Scheerer, Romer, Dewor, Sauerbrey, Bergmann, Romstedt, Breyer, Eisele.

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