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3:0 Sieg der TG Bad Waldsee beim TSV Schmiden – Das Team sucht einen Trainer

Von Franz Vogel

Mit einem sicheren 3:0 (25:20, 26:24, 25:22) Auswärtserfolg beim TSV Schmiden setzten die Oberligavolleyballer der TG Bad Waldsee einen erfreulichen Schlusspunkt hinter eine in vielen Belangen bemerkenswerte Spielzeit. War das Team noch am Vorabend im Rahmen der Bad Waldseer Sportlergala geehrt worden, hatte diese Ehre immer noch zu tun mit der längst beendeten Spielzeit 2013/14.

Damals landete die Mannschaft in der Endabrechnung – seinerzeit noch trainiert von Peer Auer - auf dem dritten Rang. Dieses Jahr standen die Kurstädter bereits nach dem vorletzten Spieltag als Zweiter der Oberliga Württemberg fest. Somit geriet das Schlussspiel in Schmiden nur noch zu einer Frage der sportlichen Ehre.

Offensichtlich hatten die von Peter Gropper, Lucas Romer und Axel Bloching angeführten TG-Volleyballer nicht allzulang gefeiert, denn ihren Auftritt in der Stuttgarter Vorstadt gestaltete die Mannschaft tadellos. „Endlich hatte ich einmal Gelegenheit, alle Spieler, auch solche, die wochenlang auf der Ersatzbank warteten, einzusetzen. Sie haben mich allesamt nicht enttäuscht“, meinte nach der erfolgreichen Darbietung Coach Peter Gropper. In der Tat, die Mannschaft hatte die letzte Prüfung der Saison sehr ernst genommen und ließ die Hausherren in kaum einer Phase des Spiels zur Entfaltung kommen.

Die Mannschaftsteile harmonierten und das jahrelange gemeinsame Training und Spiel der Weißschwarzen trug reichlich Früchte. Aus einer sicheren Annahme und engagierter Abwehr (Jan Herkommer, Axel Bloching, Lucas Romer, Julian Niedermaier und Libero Pascal Eisele) heraus kamen die Bälle verwertbar zu Zuspieler Simon Scheerer, der seine Aufgabe effizient erledigen konnte. Dergestalt wurden die Angreifer (Diagonalspieler Pirmin Dewor und Kai Wilson, sowie die Mittelblocker Simon Bergmann und Ralf Sauerbrey ein um’s andere Mal freigespielt und brachten ihre Bälle, geschlagen oder gelobt, immer wieder auf des Gegners Boden.

Diesem routinierten Auftritt hatten die Männer des TSV Schmiden nichts Verwertbares entgegenzusetzen. Meist führte die TG und konnte, auch wenn es die Zahlen nicht exakt wiedergeben, die einzelnen Sätze sicher nach Hause bringen. Selbst, als es in Durchgang zwei sehr eng wurde, zeichneten sich die Gäste durch Abgeklärtheit und Nervenstärke aus und konnten den Teilabschnitt in souveräner Weise für sich entscheiden. Darf auch dieser Erfolg nicht zu hoch bewertet werden, konnten die Mannschaftsverantwortlichen mit dieser Abschiedsvorstellung mehr als zufrieden sein.

Dennoch stellen sich kritischen Beobachtern einige bohrende Fragen. Warum, zum Beispiel, lieferten die Tabellenzweiten beim Hinspiel in eigener Halle gegen eben diese Schmidener eine geradezu indiskutable Leistung ab und ließen sich drei Punkte aus dem eigenen Hause entführen? Warum riss der Faden sicherer Auftritte Mitte Januar derartig, dass ein Vierpunktevorsprung nach der Herbstmeisterschaft nicht mehr reichte, um ganz oben und damit um den Aufstieg in die Regionalliga mitzuspielen?

Apropos Regionalliga. Nach aktuellem Stand der Dinge wird es für die Oberligazweiten aus Baden und Württemberg wohl keine Relegation geben. Damit steht der TG aller Voraussicht nach eine weitere Oberligasaison im Haus. Für den Verein ist jetzt vor allen Dingen das Thema Trainersuche angesagt, weil sich alle Beteiligten, Spieler, Übergangstrainerteam und Funktionäre über eines einig sind: Ein neuer, externer Trainer wäre in der gegebenen Situation für die organische Weiterentwicklung des Teams am Besten. Da nach allen Erfahrungen Volleyballtrainer auf dieser Qualitätsebene nicht zuhauf auf den Bäumen wachsen, steht für die TG die Trainersuche als schwierige Aufgabe dringend  an.