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Ein hart erkämpfter 3:1 Auswärtssieg beim TSV Bad Saulgau sichert den ersten Tabellenplatz

Von Franz Vogel

Erfolgreich kehrten die Oberliga-Volleyballer der TG Bad Waldsee von ihrem letzten Vorrundenspiel aus dem benachbarten Bad Saulgau zurück. Der achte Erfolg im neunten Spiel stand zu Buche. Mit 3:1 (21:25, 25:18, 25:17, 25:20) wurden dem Tabellenletzten die Grenzen aufgezeigt.

Und doch war es ein hartes Stück Arbeit, die Gastgeber in deren eigener Halle zu bezwingen. Der TSV trat durchaus nicht wie ein Tabellenletzter auf, war vielmehr wild entschlossen, aus seinen – aufgrund knapper Personallage eingeschränkten – Möglichkeiten das Beste zu machen. Schon zum wiederholten Male zeigte sich, wie in dieser Oberliga ein Spitzenreiter keinesfalls meinen kann, den Tabellenletzten so einfach mal besiegen zu können.

Mit nur sieben Mann waren die Schwarzachtäler ins Spiel gegangen, von der Bank aus geführt von der Ex-Waldseerin Eva Müllerschön. Derweil zog auf dem Spielfeld der ehemalige Bundesligacrack Waldemar Kasprzcak als Zuspieler seine Kreise. Die Bad Saulgauer Niederlage lag an ihm, längst im Großvateralter immer noch seine jungen, häufig etwas ungestümen Mitspieler vorbildlich führend, wahrhaftig nicht. Sein geschulter Blick, sein goldenes Händchen kompensierten fehlende Schnelligkeit und Dynamik bei Weitem.

Auf der Gästeseite war Trainer Peter Gropper mit immerhin zwölf Mann angetreten. Nach überraschenden Aufstellungsvarianten im ersten Durchgang erkannte Gropper klar, an diesem Sonntag wohl seine Stammsechs ins Feuer schicken zu müssen, um eine unangenehme Überraschung zu vermeiden. Dieses umso mehr, als Duelle gegen den TSV Bad Saulgau schon immer unter bedenkenswerten Vorzeichen litten, die durchaus nicht immer ohne Einfluss auf das Spielgeschehen geblieben waren.

So wurde es dieses Mal sogar auf den Rängen laut und an sich bedächtige und ruhige Waldseer Schlachtenbummler sahen sich veranlasst, lauthals gegen das Verbot ihrer elektronischen Fanfare zu protestieren. Auf einem handgeschriebenen Zettel an der Außentüre der Halle hatten die Gastgeber dezent darauf hingewiesen und später vehement auf deren Befolgung bestanden.

Derweil spielte sich auf dem Spielfeld ein spannendes Geschehen ab, das abgesehen von den Unsicherheiten im ersten Satz eher von der TG Bad Waldsee bestimmt war. Der hohe Rückstand, den sich die TG zu Spielbeginn aufgeladen hatte, konnte sie trotz eines engagierten Satzendspurtes nicht mehr ausgleichen. Dann aber hatte man den Eindruck eine andere TG-Truppe zu erleben. Aus einer meist sehr soliden Annahme (Eisele, Herkommer, Romer) heraus konnte Zuspieler Simon Scheerer genügend Vorlagen für seine Angreifer spielen.

Auffällig in diesem Spiel zusätzlich die Blockstärke von Manuel Perner und Pirmin Dewor, während Ralf Sauerbrey durch Schnellangriffe und seine langen Flatteraufschläge ein um’s andere Mal die Gegner in helle Aufregung versetzte. Fast immer lag die TG in den Sätzen zwei bis vier mit drei, vier Punkten vorne, konnte, wann immer es enger wurde, bestechend und effizient kontern. Bemerkenswert das mannschaftsdienliche Verhalten der sechs Ergänzungsspieler, die ununterbrochen lauthals ihre Kameraden auf dem Spielfeld anfeuerten. Hier hat sich ein geschlossenes echtes Team entwickelt, auf das man Hoffnung bauen kann.

Am Ende stand der hoch verdiente Sieg des Spitzenreiters, der sich nun Herbstmeister nennen darf und einer schweren Rückrunde entgegensieht. Noch vor einem dreiviertel Jahr hatte in der Schwäbischen Zeitung, Ausgabe Bad Saulgau, gestanden, der TSV habe dem damaligen Meisterschaftsaspirant Bad Waldsee kräftig in die Suppe gespuckt. Die TG hat die entsprechende Antwort zur Freude ihrer Fans gegeben.